
Hohe Verluste beim CFD- oder Forex-Trading?
CFD- und Forex-Produkte ermöglichen es Anlegern, mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz auf Kursbewegungen zu setzen. Gerade diese Konstruktion kann jedoch zu erheblichen Verlusten führen. Durch den Einsatz eines Hebels wirken sich bereits relativ geringe Marktbewegungen deutlich auf das eingesetzte Kapital aus.
Werden solche Produkte im Rahmen einer Anlageberatung empfohlen, muss deshalb geprüft werden, ob sie überhaupt zu den Kenntnissen, Erfahrungen, Anlagezielen, der Risikotoleranz und der finanziellen Situation des Kunden passen.
Das Wertpapierhandelsgesetz verpflichtet Wertpapierdienstleistungsunternehmen bei einer Anlageberatung dazu, entsprechende Informationen einzuholen. Empfohlen werden dürfen nur Finanzinstrumente, die für den Kunden geeignet sind.
Hat ein Anleger durch CFD- oder Forex-Geschäfte erhebliche Verluste erlitten, kann daher eine Prüfung sinnvoll sein, ob eine Falschberatung bei Kapitalanlagen vorliegt und Schadensersatz verlangt werden kann.
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Björn-Michael Lange prüft insbesondere wirtschaftlich erhebliche Schadensfälle und mögliche Ansprüche gegen Banken, Beratungsunternehmen und weitere Verantwortliche.
Was sind CFDs?
CFDs – Contracts for Difference beziehungsweise Differenzkontrakte – sind derivative Finanzinstrumente. Der Anleger erwirbt dabei grundsätzlich nicht den jeweiligen Basiswert selbst. Stattdessen partizipiert seine Position an dessen Kursentwicklung.
Basiswerte können beispielsweise sein:
- Aktien,
- Aktienindizes,
- Währungen,
- Rohstoffe oder
- andere Finanzinstrumente und Referenzwerte.
Ein wesentliches Merkmal vieler CFD-Geschäfte ist die Hebelwirkung. Der Anleger muss nur einen Teil des Werts der zugrunde liegenden Position als Sicherheitsleistung einsetzen.
Das kann Gewinne verstärken – aber ebenso Verluste.
Genau dieser Zusammenhang ist für die rechtliche Beurteilung einer Beratung wichtig. Wer CFDs empfiehlt, darf nicht allein deren Renditechancen hervorheben. Der Anleger muss die wesentlichen Eigenschaften und Risiken des Geschäfts verstehen können.
Was ist Forex-Trading?
Der Begriff Forex ist eine Kurzform von „Foreign Exchange“ und bezeichnet den Handel mit beziehungsweise die Spekulation auf Wechselkurse.
Beim Forex-Trading wird beispielsweise auf die Entwicklung eines Währungspaares gesetzt. Wirtschaftlich relevant ist dabei das Verhältnis zweier Währungen zueinander.
Auch Forex-Geschäfte können mit erheblichem Hebel angeboten werden. Dadurch können bereits kleine Veränderungen eines Wechselkurses einen vergleichsweise großen Effekt auf die Position des Anlegers haben.
Für die rechtliche Prüfung kommt es wiederum darauf an, wie das konkrete Geschäft ausgestaltet war und auf welcher Grundlage es abgeschlossen wurde.
Björn-Michael Lange | Rechtsanwalt, Partner„CFDs und Forex-Geschäfte können hochspekulativ sein. Wer einem Anleger solche Produkte empfiehlt, muss deshalb nicht nur Chancen darstellen, sondern verständlich erklären, welche Verluste tatsächlich entstehen können und prüfen, ob das Produkt überhaupt zum Anleger passt.“
Warum sind CFD- und Forex-Produkte besonders riskant?
Die zentrale Besonderheit liegt häufig im Verhältnis zwischen eingesetztem Kapital und tatsächlich bewegter Position.
Ein Hebel kann dazu führen, dass eine relativ geringe Marktbewegung einen erheblichen prozentualen Verlust des eingesetzten Kapitals verursacht.
Für Anleger können insbesondere folgende Risiken relevant sein:
- Hebelrisiko: Kursveränderungen wirken sich überproportional auf das eingesetzte Kapital aus.
- Schnelle Verluste: Positionen können sich innerhalb kurzer Zeit erheblich gegen den Anleger entwickeln.
- Margin-Risiko: Sinkt das verfügbare Kapital unter bestimmte Schwellenwerte, können Positionen geschlossen werden.
- Marktpreisrisiko: Wechselkurse, Aktien, Indizes oder Rohstoffe können sich entgegen der Erwartung entwickeln.
- Kostenrisiko: Spreads, Finanzierungskosten und weitere Entgelte können das wirtschaftliche Ergebnis beeinflussen.
- Liquiditäts- und Ausführungsrisiken: Unter bestimmten Marktbedingungen können Positionen möglicherweise nicht zum erwarteten Preis geschlossen werden.
- Komplexitätsrisiko: Anleger können die tatsächlichen Auswirkungen von Hebel, Margin und Kursveränderungen unterschätzen.
Diese Eigenschaften machen die Risikoaufklärung zu einem zentralen Punkt bei der rechtlichen Prüfung.

Welche Schutzvorschriften gelten für CFD-Anleger?
Der Vertrieb von CFDs an Kleinanleger unterliegt in Deutschland besonderen Produktinterventionsmaßnahmen.
Die BaFin beschränkte die Vermarktung, den Vertrieb und den Verkauf von CFDs an Kleinanleger 2019 durch eine Allgemeinverfügung. Zu den Vorgaben gehören Hebelbegrenzungen abhängig vom Basiswert, ein Margin-Close-out, der Schutz vor negativem Kontostand sowie standardisierte Risikowarnungen. Die Maßnahmen knüpften an zuvor geltende ESMA-Beschränkungen an.
Für die rechtliche Bewertung eines konkreten Schadensfalls ist allerdings entscheidend, wann und unter welchen Bedingungen die Geschäfte abgeschlossen wurden. Heutige Schutzvorschriften dürfen nicht ohne Weiteres auf frühere Sachverhalte übertragen werden.
Wann kann eine Falschberatung bei CFDs vorliegen?
Hohe Verluste sind für sich genommen noch kein Beweis für eine fehlerhafte Beratung.
Entscheidend ist vielmehr, ob die Empfehlung zum Zeitpunkt der Beratung ordnungsgemäß war.
CFDs passten nicht zum Anleger
Bei einer Anlageberatung muss das empfohlene Finanzinstrument zum konkreten Kunden passen.
Dabei sind insbesondere Kenntnisse und Erfahrungen, finanzielle Verhältnisse einschließlich der Verlusttragfähigkeit sowie Anlageziele und Risikotoleranz relevant. Diese Kriterien sind in § 64 Abs. 3 WpHG ausdrücklich verankert.
Problematisch kann eine Empfehlung beispielsweise sein, wenn ein Anleger
- eine sicherheitsorientierte Geldanlage suchte,
- keine ausreichenden Erfahrungen mit gehebelten Produkten hatte,
- erhebliche Verluste finanziell nicht tragen konnte oder
- eine langfristige Vermögensanlage wollte, tatsächlich aber zu hochspekulativen Geschäften veranlasst wurde.
Dann kann insbesondere eine Verletzung der Pflicht zur anlegergerechten Beratung zu prüfen sein.
Risiken des CFD-Tradings wurden nicht ausreichend erklärt
Neben der persönlichen Eignung des Produkts muss der Anleger auch dessen Funktionsweise und Risiken verstehen können.
Nach § 63 WpHG müssen Informationen über Finanzinstrumente und vorgeschlagene Anlagestrategien so ausgestaltet sein, dass Kunden nach vernünftigem Ermessen Art und Risiken verstehen und darauf basierend eine Anlageentscheidung treffen können.
Eine Falschberatung kann daher insbesondere in Betracht kommen, wenn beispielsweise
- die Hebelwirkung nicht verständlich erläutert wurde,
- das Verlustrisiko verharmlost wurde,
- die Funktionsweise der Margin nicht nachvollziehbar war,
- Kosten und Finanzierungseffekte unzureichend dargestellt wurden,
- Risiken gegenüber möglichen Gewinnen in den Hintergrund traten oder
- der Anleger einen falschen Eindruck von der Sicherheit des Produkts erhielt.
Ob die Aufklärung tatsächlich unzureichend war, muss anhand des einzelnen Beratungsvorgangs geprüft werden.
Falschberatung bei Forex-Produkten
Ähnliche Fragen stellen sich bei Forex-Produkten.
Währungskurse können durch zahlreiche Faktoren beeinflusst werden und sich kurzfristig erheblich verändern. Wird die Position zusätzlich gehebelt, steigt die wirtschaftliche Bedeutung bereits kleiner Wechselkursbewegungen.
Eine Beratung muss deshalb insbesondere berücksichtigen, ob der Anleger die Funktionsweise des konkreten Produkts versteht und das damit verbundene Risiko tragen kann.
Dass ein Anleger grundsätzlich wusste, dass Währungskurse schwanken, beantwortet noch nicht automatisch die Frage, ob er die konkrete Struktur und das tatsächliche Verlustpotenzial eines empfohlenen gehebelten Produkts verstanden hat.
Geeignetheitserklärung nach CFD-Beratung prüfen
Ein wichtiges Dokument kann die Geeignetheitserklärung sein.
Bei einer Anlageberatung gegenüber einem Privatkunden muss das Wertpapierdienstleistungsunternehmen grundsätzlich vor Vertragsschluss eine Erklärung auf einem dauerhaften Datenträger zur Verfügung stellen. Darin ist unter anderem zu erläutern, wie die Empfehlung auf die Präferenzen, Anlageziele und sonstigen Merkmale des Kunden abgestimmt wurde.
Nach erheblichen CFD- oder Forex-Verlusten sollte deshalb geprüft werden:
- Welche Kenntnisse wurden dokumentiert?
- Welche Erfahrungen mit gehebelten Produkten wurden festgehalten?
- Welche Risikotoleranz wurde angegeben?
- Welche Anlageziele wurden dokumentiert?
- Wie wurde die Verlusttragfähigkeit beurteilt?
- Warum sollte das konkrete CFD- oder Forex-Produkt geeignet sein?
Weicht die Dokumentation erheblich von der tatsächlichen Situation oder vom Verlauf des Beratungsgesprächs ab, kann dies für die weitere rechtliche Prüfung bedeutsam sein.

Schadensersatz bei CFD- und Forex-Verlusten
Bei einer nachweisbaren Beratungs- oder sonstigen Pflichtverletzung können Schadensersatzansprüche in Betracht kommen.
Voraussetzung ist nicht nur eine Pflichtverletzung. Es muss unter anderem geprüft werden, ob diese für die Anlageentscheidung ursächlich war und welcher Schaden daraus entstanden ist.
Bei der rechtlichen Prüfung stehen daher typischerweise folgende Fragen im Mittelpunkt:
- Wer hat das CFD- oder Forex-Geschäft empfohlen?
- Lag eine Anlageberatung oder lediglich eine andere Wertpapierdienstleistung vor?
- Welche Erfahrungen besaß der Anleger?
- Welches Anlageziel wurde verfolgt?
- Wie hoch war die dokumentierte Risikobereitschaft?
- Welche Risiken wurden tatsächlich erklärt?
- Welche Unterlagen wurden vor dem Geschäft zur Verfügung gestellt?
- Wie sind die Verluste entstanden?
- Hätte der Anleger das Geschäft bei ordnungsgemäßer Aufklärung abgeschlossen?
Abhängig vom Ergebnis können insbesondere eine Bankhaftung bei Falschberatung, eine Haftung des Anlageberaters oder eine Haftung des Anlagevermittlers in Betracht kommen.
CFD-Verluste durch Vermögensverwaltung und häufige Geschäfte
CFDs können auch im Rahmen einer Vermögensverwaltung eingesetzt worden sein.
Dann geht es nicht zwingend um die fehlerhafte Empfehlung eines einzelnen Geschäfts. Zu untersuchen kann vielmehr sein, ob die vereinbarte Anlagestrategie eingehalten wurde und ob Art, Umfang und Häufigkeit der Transaktionen dem Kundeninteresse entsprachen.
Besondere rechtliche Fragen können entstehen, wenn
- ein unverhältnismäßig großer Teil des Vermögens spekulativ eingesetzt wurde,
- das Portfolio eine pflichtwidrige Risikokonzentration aufwies,
- die tatsächlichen Geschäfte von der vereinbarten Strategie abwichen oder
- durch Churning und häufige Umschichtungen hohe Kosten entstanden.
Die hinterlegte Seitenarchitektur sieht für diese Fragestellungen eigene Vertiefungsseiten im Cluster Wertpapierdepot und Vermögensverwaltung vor.
CFD-Falschberatung oder CFD-Betrug?
Für Anleger ist eine weitere Abgrenzung wichtig: Ein hoher Verlust beim CFD- oder Forex-Trading ist nicht zwangsläufig ein gewöhnlicher Kapitalanlageverlust.
Es gibt Fälle, in denen Anleger vermeintlich über einen Online-Broker handeln, tatsächlich aber Opfer einer betrügerischen Plattform geworden sind.
Hinweise auf einen solchen Sachverhalt können beispielsweise sein:
- Auszahlungen werden ohne nachvollziehbaren Grund verweigert,
- vor einer Auszahlung sollen weitere „Steuern“ oder „Gebühren“ überwiesen werden,
- angebliche Berater drängen zu immer neuen Einzahlungen,
- Gewinne werden lediglich auf einer Plattform angezeigt,
- Ansprechpartner sind plötzlich nicht mehr erreichbar oder
- die Identität des angeblichen Finanzdienstleisters ist zweifelhaft.
In solchen Fällen steht nicht die klassische Anlageberatung im Vordergrund. Zu prüfen sind vielmehr Möglichkeiten der Geldrückholung bei Anlagebetrug und gegebenenfalls Ansprüche gegen weitere Beteiligte.
Für diesen Themenkomplex sieht unsere SEO-Architektur deshalb eigenständige Seiten zu Forex- und CFD-Betrug, Broker-Betrug, Betrug durch Online-Tradingplattformen und Fällen vor, in denen der Broker die Auszahlung verweigert.
Welche Unterlagen werden für die Prüfung benötigt?
Je vollständiger der damalige Vorgang rekonstruiert werden kann, desto fundierter lassen sich mögliche Ansprüche bewerten.
Anleger sollten insbesondere folgende Unterlagen sichern:
- Konto- und Depotauszüge,
- vollständige CFD- beziehungsweise Trading-Historien,
- Ein- und Auszahlungsbelege,
- Geeignetheitserklärungen,
- Angaben zum Anlegerprofil,
- Produkt- und Risikoinformationen,
- Vertragsunterlagen,
- Kosteninformationen,
- E-Mails und Chatverläufe sowie
- eigene Notizen über Beratungsgespräche und Telefonate.
Auch Screenshots eines Trading-Kontos können hilfreich sein. Originalunterlagen und elektronische Kommunikation sollten möglichst unverändert aufbewahrt werden.
Verjährung bei CFD- und Forex-Schadensersatz beachten
Mögliche Ansprüche sollten nicht unnötig lange ungeprüft bleiben.
Für die Verjährung bei Falschberatung kommt es auf die konkrete Anspruchsgrundlage und die Umstände des Einzelfalls an. Maßgeblich können unter anderem der Zeitpunkt des Geschäfts sowie Kenntnis oder grob fahrlässige Unkenntnis von anspruchsbegründenden Umständen sein.
Bei älteren CFD- oder Forex-Geschäften sollte die Verjährung daher frühzeitig und konkret geprüft werden. Eine allgemeine Berechnung allein anhand des Datums des Verlusts kann zu kurz greifen.
Häufige Fragen
Fachanwalt bei hohen CFD- und Forex-Verlusten
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Björn-Michael Lange berät Anleger bei wirtschaftlich erheblichen Verlusten aus CFD- und Forex-Geschäften.
Im ersten Schritt wird der Sachverhalt strukturiert aufgearbeitet. Dabei ist insbesondere zu klären,
- wie die Geschäfte zustande kamen,
- ob und durch wen eine Beratung erfolgte,
- welches Anlegerprofil zugrunde gelegt wurde,
- ob die Produkte zum Anleger passten,
- welche Risikoaufklärung erfolgte,
- welche Pflichtverletzungen nachweisbar sind und
- gegen wen mögliche Ansprüche gerichtet werden können.
Dabei wird zugleich geklärt, ob tatsächlich ein Fall fehlerhafter Anlageberatung vorliegt oder Anhaltspunkte für Broker-Betrug beziehungsweise eine manipulierte Tradingplattform bestehen.
Ergeben sich belastbare Anhaltspunkte für eine Pflichtverletzung, prüfen wir die außergerichtliche und gerichtliche Durchsetzung möglicher Schadensersatzansprüche.
Sie haben beim CFD- oder Forex-Trading erhebliche Verluste erlitten? Fachanwalt Björn-Michael Lange prüft die Beratung, die vorhandenen Unterlagen und mögliche Schadensersatzansprüche.

