⸺Bank- und Kapitalmarktrecht⸺
Anlagebetrug: Anwalt für Rückforderung und Schadensersatz
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Anlagebetrug: Was Betroffene jetzt tun können
Anlagebetrug kann innerhalb kurzer Zeit zu erheblichen finanziellen Verlusten führen. Besonders häufig beginnen die Fälle heute im Internet: Eine professionell gestaltete Werbung verspricht attraktive Renditen, ein vermeintlicher Anlageberater nimmt Kontakt auf und Anleger werden dazu bewegt, zunächst kleinere und später immer größere Beträge zu investieren.
Auf dem angeblichen Handelskonto scheint die Investition erfolgreich zu sein. Kurse steigen, Gewinne werden angezeigt und der persönliche Ansprechpartner empfiehlt weitere Einzahlungen.
Das Problem zeigt sich häufig erst, wenn der Anleger sein Geld zurückhaben möchte.
Plötzlich ist eine Auszahlung nicht möglich. Stattdessen werden weitere Gebühren, angebliche Steuern oder Sicherheitsleistungen verlangt. Manchmal bricht der Kontakt vollständig ab.
Wer einen erheblichen Betrag verloren hat, sollte den Fall möglichst früh prüfen lassen. Als Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht vertritt Rechtsanwalt Björn-Michael Lange Betroffene von Anlagebetrug bei der Prüfung von Möglichkeiten zur Rückforderung und von Schadensersatzansprüchen.
Dabei richtet sich der Blick nicht ausschließlich auf die mutmaßlichen Täter. Entscheidend ist auch die Frage, wohin das Geld geflossen ist und ob weitere Beteiligte rechtlich verantwortlich sein können.
Typische Formen von Anlagebetrug
Betrügerische Investmentmodelle verändern sich laufend. Die grundlegenden Abläufe ähneln sich jedoch häufig.
Zu den relevanten Fallgruppen gehören insbesondere:
- Broker-Betrug
- Krypto-Betrug
- Festgeld-Betrug
- Betrug durch Online-Tradingplattformen
- Forex- und CFD-Betrug
- gefälschte Broker und Depots
- Clone-Firm-Betrug
- Anlagebetrug über WhatsApp, Telegram und Social Media
- Werbung mit Deepfakes und Prominenten
- Boiler-Room-Betrug
Nicht immer ist für Betroffene sofort erkennbar, dass sie Opfer eines Betrugs geworden sind. Die Internetauftritte können professionell gestaltet sein und vermeintliche Ansprechpartner treten teilweise über Wochen oder Monate hinweg überzeugend auf.
Woran lässt sich Anlagebetrug erkennen?
Ein einzelnes Merkmal beweist noch keinen Betrug. Treffen jedoch mehrere typische Warnzeichen zusammen, ist besondere Vorsicht geboten.
Verdächtig sind beispielsweise:
- unerwartete Kontaktaufnahme über Telefon, Messenger oder soziale Netzwerke,
- Versprechen ungewöhnlich hoher oder vermeintlich sicherer Renditen,
- erheblicher Zeitdruck bei Investitionsentscheidungen,
- Überweisungen auf wechselnde oder ausländische Konten,
- Zahlungen an Unternehmen, die nicht zum angeblichen Broker passen,
- Aufforderungen zum Kauf und Transfer von Kryptowährungen,
- Installation einer Fernwartungssoftware,
- ständig wechselnde Ansprechpartner,
- hohe Gewinne, die nur innerhalb einer Plattform angezeigt werden,
- Probleme bei der Auszahlung und
- Forderungen nach weiteren Gebühren oder angeblichen Steuern vor einer Auszahlung.
Spätestens wenn ein Broker die Auszahlung verweigert, obwohl auf dem vermeintlichen Handelskonto ein Guthaben angezeigt wird, sollte von weiteren Zahlungen Abstand genommen und der Vorgang überprüft werden.

Anlagebetrug: Geld zurückholen – welche Möglichkeiten bestehen?
Die zentrale Frage vieler Betroffener lautet: Kann ich mein Geld nach einem Anlagebetrug zurückbekommen?
Eine pauschale Antwort ist nicht möglich. Entscheidend sind unter anderem die Art des Betrugs, die verwendeten Zahlungswege, der Zeitpunkt der Zahlungen und die beteiligten Personen und Unternehmen.
Bei der Geldrückholung nach Anlagebetrug können unterschiedliche Ansatzpunkte bestehen.
Zunächst muss rekonstruiert werden, wohin das Geld geflossen ist. Relevant sind beispielsweise:
- Empfängerkonten,
- beteiligte Banken,
- Zahlungsdienstleister,
- Kryptobörsen,
- Wallet-Adressen,
- zwischengeschaltete Unternehmen und
- weitere Zahlungsempfänger.
Aus dieser Analyse ergibt sich, gegen wen rechtliche Maßnahmen überhaupt sinnvoll geprüft werden können.
Eine erfolgreiche Rückholung kann niemals seriös garantiert werden. Umso wichtiger ist es, frühzeitig zwischen realistischen rechtlichen Möglichkeiten und unseriösen Rückholversprechen zu unterscheiden.
Nicht nur die Täter können relevant sein
Bei vielen Fällen von Anlagebetrug sitzen die unmittelbar handelnden Personen im Ausland, verwenden falsche Identitäten oder verschleiern ihre tatsächlichen Unternehmensstrukturen.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass keine Ansprüche durchgesetzt werden können.
Ein wichtiger Bestandteil der rechtlichen Prüfung besteht deshalb darin, mögliche weitere Anspruchsgegner zu identifizieren.
Je nach Sachverhalt kann insbesondere eine Bankhaftung bei Anlagebetrug zu untersuchen sein.
Dabei geht es um die Frage, ob eine beteiligte Bank oder ein Zahlungsdienstleister im konkreten Fall Pflichten verletzt hat und ob diese Pflichtverletzung für den entstandenen Schaden rechtlich relevant ist.
Eine Bank haftet nicht allein deshalb, weil über sie eine betrügerische Zahlung abgewickelt wurde. Die Prüfung muss vielmehr anhand der konkreten Transaktionen und der jeweiligen rechtlichen Pflichten erfolgen.
Broker-Betrug: Wenn das Handelskonto nur Fassade ist
Eine besonders verbreitete Erscheinungsform ist der Broker-Betrug.
Betroffene stoßen beispielsweise über Online-Werbung oder soziale Medien auf eine Tradingplattform. Nach einer Registrierung meldet sich ein vermeintlicher persönlicher Broker oder Account Manager.
Häufig beginnt die Geschäftsbeziehung mit einer vergleichsweise kleinen Einzahlung.
Anschließend zeigt die Plattform schnelle Gewinne. Der vermeintliche Berater empfiehlt höhere Investitionen und vermittelt den Eindruck, dass sich eine außergewöhnliche Anlagechance bietet.
Die angezeigten Gewinne können jedoch vollständig fingiert sein.
Will der Anleger Geld abheben, wird die Auszahlung verzögert oder verweigert. Stattdessen werden weitere Zahlungen verlangt.
Für Betroffene ist dann entscheidend, die tatsächlichen Zahlungsströme unabhängig von den Angaben auf der Handelsplattform zu rekonstruieren.
Krypto-Betrug und Kryptowährungen als Zahlungsweg
Auch Krypto-Betrug spielt bei betrügerischen Kapitalanlagen eine zunehmende Rolle.
Dabei können Kryptowährungen entweder selbst als angebliche Kapitalanlage angeboten oder lediglich als Zahlungsweg verwendet werden.
Betroffene werden beispielsweise aufgefordert, bei einer Kryptobörse Bitcoin oder andere Kryptowährungen zu erwerben und diese anschließend an eine bestimmte Wallet-Adresse zu übertragen.
Das kann die Nachverfolgung erschweren, bedeutet aber nicht, dass sämtliche Spuren verschwunden sind.
Blockchain-Transaktionen hinterlassen grundsätzlich Transaktionsdaten. Deshalb sollten insbesondere Wallet-Adressen, Transaktions-Hashes und Unterlagen der beteiligten Kryptobörsen gesichert werden.
Die Nachverfolgung von Zahlungswegen kann ein wichtiger Baustein der weiteren rechtlichen Prüfung sein.

Festgeld-Betrug und gefälschte Banken
Nicht jeder Anlagebetrug tritt als hochriskantes Tradingangebot auf.
Beim Festgeld-Betrug nutzen Täter gerade das Bedürfnis nach einer vermeintlich sicheren Geldanlage.
Anleger erhalten beispielsweise Angebote für Festgeldkonten bei angeblich etablierten europäischen Banken. Teilweise werden echte Namen, Logos oder Unternehmensdaten existierender Finanzinstitute verwendet.
Die Kommunikation kann professionell wirken und Vertragsunterlagen können auf den ersten Blick authentisch erscheinen.
Tatsächlich wird das Geld jedoch nicht auf einem Festgeldkonto des Anlegers angelegt, sondern auf Konten überwiesen, die von den Tätern kontrolliert werden.
Bei größeren Festgeldanlagen kann dadurch innerhalb einer einzigen Überweisung ein erheblicher Schaden entstehen.
Anlagebetrug über WhatsApp, Telegram und soziale Netzwerke
Betrügerische Investments werden zunehmend über digitale Kommunikationskanäle angebahnt.
Kontakt entsteht beispielsweise über:
- WhatsApp,
- Telegram,
- Facebook,
- Instagram,
- YouTube,
- Dating-Plattformen oder
- Online-Werbeanzeigen.
Teilweise werden Anleger zunächst in vermeintliche Investmentgruppen aufgenommen. Dort berichten andere Mitglieder über angebliche Gewinne und erfolgreiche Investments.
Solche Gruppen können gezielt inszeniert sein. Mehrere vermeintliche Teilnehmer können tatsächlich zum betrügerischen Netzwerk gehören.
Auch Werbung mit bekannten Persönlichkeiten oder angeblichen Medienberichten sollte kritisch geprüft werden. Durch KI-generierte Inhalte und Deepfakes in der Anlagewerbung lassen sich inzwischen täuschend echt wirkende Videos und Empfehlungen erzeugen.
Vorsicht vor Recovery Scams nach dem ersten Betrug
Wer bereits viel Geld verloren hat, ist besonders anfällig für ein weiteres Betrugsmodell.
Beim sogenannten Recovery Scam melden sich vermeintliche Anwälte, Ermittler, Behörden, Blockchain-Experten oder spezialisierte Rückholunternehmen und behaupten, das verlorene Geld bereits gefunden zu haben.
Für die Auszahlung soll zunächst eine Gebühr, Steuer oder Sicherheitsleistung gezahlt werden.
Teilweise verfügen diese Personen über erstaunlich genaue Informationen zum vorherigen Betrugsfall. Das kann daran liegen, dass Daten innerhalb krimineller Netzwerke weitergegeben werden.
Betroffene sollten deshalb sehr vorsichtig sein, wenn unbekannte Personen unaufgefordert eine angeblich sichere Rückholung des verlorenen Geldes versprechen.
Was Sie nach einem Anlagebetrug sofort tun sollten
Zeit kann bei Anlagebetrug eine wichtige Rolle spielen.
Betroffene sollten insbesondere:
- keine weiteren Zahlungen leisten,
- sämtliche Kommunikation sichern,
- Kontoauszüge und Überweisungsbelege herunterladen,
- Internetadressen und Screenshots der Plattform sichern,
- Namen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen dokumentieren,
- Empfängerkonten und Zahlungsdienstleister festhalten,
- bei Kryptozahlungen Wallet-Adressen und Transaktionsdaten sichern,
- den Zugang zum vermeintlichen Handelskonto dokumentieren und
- prüfen lassen, welche rechtlichen Maßnahmen im konkreten Fall in Betracht kommen.
Wurde Fernwartungssoftware installiert oder hatten Dritte Zugriff auf Computer beziehungsweise Smartphone, sollten außerdem die erforderlichen Maßnahmen zur Absicherung der eigenen Konten und Geräte getroffen werden.

Strafanzeige und zivilrechtliche Geldrückholung sind nicht dasselbe
Bei Anlagebetrug liegt der Gedanke an eine Strafanzeige nahe.
Strafrechtliche Ermittlungen und die zivilrechtliche Durchsetzung eigener Ansprüche verfolgen jedoch unterschiedliche Ziele.
Das Strafverfahren dient in erster Linie der Ermittlung und Verfolgung von Straftaten. Für Geschädigte steht dagegen regelmäßig die Frage im Vordergrund, wie sie möglichst viel von ihrem verlorenen Kapital zurückerlangen können.
Deshalb sollte neben möglichen strafrechtlichen Schritten gesondert geprüft werden, welche zivilrechtlichen Ansprüche bestehen und gegen wen sie durchgesetzt werden können.
Die Strafanzeige und Vermögenssicherung können dabei mit der zivilrechtlichen Strategie abgestimmt werden.
Welche Unterlagen benötigt der Anwalt bei Anlagebetrug?
Je vollständiger der Zahlungs- und Kommunikationsverlauf dokumentiert ist, desto besser lässt sich der Sachverhalt nachvollziehen.
Für eine erste Prüfung sind insbesondere hilfreich:
- Kontoauszüge,
- Überweisungsbelege,
- Kreditkartenabrechnungen,
- Zahlungsbestätigungen,
- Wallet-Adressen und Kryptotransaktionen,
- E-Mails,
- WhatsApp- oder Telegram-Verläufe,
- Screenshots des Handelskontos,
- Vertragsunterlagen,
- Namen und Kontaktdaten der Ansprechpartner sowie
- Internetadressen der verwendeten Plattformen.
Auch vermeintlich nebensächliche Informationen können später für die Zuordnung von Beteiligten oder Zahlungswegen relevant sein.
Unterlagen sollten daher möglichst vollständig gesichert und nicht gelöscht werden.
Verjährung bei Anlagebetrug frühzeitig prüfen
Auch mögliche Schadensersatz- und Rückforderungsansprüche können verjähren.
Wann eine Verjährung bei Anlagebetrug eintritt, lässt sich nicht pauschal bestimmen. Dies hängt insbesondere von der konkreten Anspruchsgrundlage sowie den tatsächlichen Umständen und Kenntnissen des Geschädigten ab.
Betroffene sollten deshalb nicht davon ausgehen, unbegrenzt Zeit für die Durchsetzung ihrer Ansprüche zu haben.
Gerade bei länger zurückliegenden Zahlungen sollte die Verjährung frühzeitig geprüft werden.
Wie wir bei Anlagebetrug vorgehen
Bei größeren Anlageverlusten ist ein strukturiertes Vorgehen entscheidend.
Im ersten Schritt rekonstruieren wir den Sachverhalt. Dabei betrachten wir nicht nur die Kommunikation mit dem vermeintlichen Broker, sondern insbesondere die tatsächlichen Zahlungswege.
Anschließend prüfen wir:
- Wie wurde der Betrug durchgeführt?
- Wohin sind die Zahlungen geflossen?
- Welche Personen und Unternehmen waren beteiligt?
- Welche Anspruchsgegner lassen sich identifizieren?
- Bestehen mögliche Ansprüche gegen Banken oder Zahlungsdienstleister?
- Welche Beweismittel stehen zur Verfügung?
- Welche Maßnahmen sind rechtlich und wirtschaftlich sinnvoll?
- Droht die Verjährung möglicher Ansprüche?
Auf dieser Grundlage kann eine Strategie zur weiteren Anspruchsdurchsetzung entwickelt werden.
Björn-Michael Lange | Rechtsanwalt, Partner„Bei Anlagebetrug kommt es darauf an, nicht nur die Täter in den Blick zu nehmen. Wir prüfen insbesondere die Zahlungswege und ob weitere Beteiligte für den entstandenen Schaden haften.“
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht bei Anlagebetrug
Anlagebetrug ist heute häufig international organisiert und technisch komplex. Zahlungen laufen über mehrere Konten, Zahlungsdienstleister oder Kryptowährungen, während die tatsächlichen Verantwortlichen ihre Identität verschleiern.
Gerade deshalb genügt es nicht, ausschließlich die betrügerische Plattform zu betrachten.
Rechtsanwalt Björn-Michael Lange ist Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht und vertritt Geschädigte bei der Prüfung und Durchsetzung ihrer Ansprüche nach Anlagebetrug.
Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welche realistischen Möglichkeiten bestehen, verlorenes Kapital zurückzuerlangen und gegen welche Beteiligten Ansprüche durchgesetzt werden können.
Häufige Fragen zum Anlagebetrug
Anlagebetrug: Lassen Sie Ihre Möglichkeiten prüfen
Sie haben Geld an einen vermeintlichen Broker, eine Tradingplattform, ein angebliches Festgeldangebot oder ein anderes Investment überwiesen und vermuten einen Betrug?
Dann sollten weitere Zahlungen vermieden, Beweise gesichert und die Zahlungswege möglichst früh analysiert werden.
Insbesondere bei erheblichen Anlageverlusten kann es sinnvoll sein, nicht nur nach den Tätern zu suchen, sondern systematisch zu prüfen, ob Ansprüche gegen beteiligte Banken, Zahlungsdienstleister oder weitere Verantwortliche bestehen.
Lassen Sie Ihren Fall von Fachanwalt Björn-Michael Lange prüfen.
